Schikanen nicht nur auf dem Kurs

Die Schwierigkeiten, eine Thüringer Sporttradition neu zu beleben
Suhl (vor). Die Schikane ist im Motorsport ein gängiger Begriff. Er gilt wenn durch künstlich errichtete Hindernisse die Fahrer gezwungen werden, ihr Tempo drosseln.
Der Vorsitzende des emsig um den Erfolg der Enduro-Mittelgebirgsfahrt bemühten MSC Suhl Frank Dietz, gebrauchte diese Formulierung gestern allerdings auch in der ursprünglichen Bedeutung des Wortes. Der vom Thüringer Landwirtschaftsministerium bereits genehmigte Streckenabschnitt für die MotorradGeländesportler auf einem schon abgeholzten Teilstück der künftigen Autobahntrasse von Suhl in Richtung Rohr wurde nämlich durch eine zusätzliche Anmerkung per Fax kurzerhand wieder "gekippt.«
Die Nutzung für den Endurowettkampf sei nur möglich, wenn das Gelände bereits "bestockungsfrei und gemulcht" sei. Dieses Amtsdeutsch bedeutet in der Praxis, sämtliche Baumstümpfe müssten erst entfernt und durch eine mit Rindenmulch versehene Ebene ersetzt sein. Frank Dietz, zugleich Fahrtleiter des EnduroWettbewerbs, konnte seinen Zorn angesichts des späten Querschusses nur sehr schwer zügeln. "Die Gründe für diese sogenannte Einschränkung, die einer Verhinderung gleichkommt sind nach meiner Ansicht völlig aus der Luft gegriffen." Und dann wird er noch deutlicher: "Es ist eine reine Schikane gegenüber dem Motorsportclub Suhl und auch dem Fahrerfeld sowie den Freunden dieses Sports hier in der Region. So stand am Ende des ansonsten für Südthüringen, german-cross-country, gcc, cross-country, so erfreulichen MotorsportWochenendes das sportliche Fazit, dass der Schwierigkeitsgrad der Strecke insgesamt ' nicht dem gewünschten hohen Niveau der Veranstalter und Aktiven entsprechen konnte. Der Anteil der allzu leicht befahrbaren Wege und reinen Straßenabschnitte auf dem 60kmRundkurs war einfach zu groß.
Frank Dietz und seine große Helferschar lassen sich bei dem schweren Weg, eine lange Tradition des Sports in Südthüringen, german-cross-country, gcc, cross-country, wieder neu zu beleben nicht so leicht entmutigen. Im kommenden Jahr wollen wie die Fahrt erneut auf die Bein stellen. Und irgendwann hoffen wir, einen Deutschen Meisterschaftslauf für alle EnduroKlassen ausrichten zu können", lautet sein optimistischer Ausblick ins nächste Jahrtausend.
Quelle--> Freies Wort Suhl, Ausgabe 20.09.1999


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